21.2 Eine eigene Thread-Klasse
 
  Um Ausführungen eines Programms nebenläufig, also parallel zueinander ausführen zu können, bringt man sie in Klassen unter die selbst einen Thread darstellen. In Java ist dies leicht zu realisieren. Man lässt seine Klasse von der fertigen Klasse Threads erben und überschreibt die von Thread geerbten Methode run(). In dieser Methode bringt man die Anweisungen unter, die später nebenläufig abgearbeitet werden sollen.

 

Download:
EigenerThread. java
public class EigenerThread extends Thread{
   public void run(){
      for (int i = 1; i<=10; i++){
         try{
            sleep((int)(Math.random()*10000));
            System.out.println(getName()+": "+i);
         }
         catch(InterruptedException exp){
            return;
         }
      }
   }
}
  In der run()-Methode implementieren wir eine Schleife, in der bei jedem Durchgang die Klassenmethode sleep(int millis) aufgerufen wird. Diese Methode hat EigenerThread von Thread geerbt. Wird sie ausgeführt, so wird der Thread, der die run()-Methode kontrolliert für eine gewisse Zeit angehalten. Die 'Schlafdauer' wird der Methode in Millisekunden übergeben. Beim Aufruf in unserer Schleife übergeben wir der Methode sleep(...) eine Zufallszahl. Beim Ausführen der Methode kann es zu einer Ausnahme kommen, weshalb eine try-catch Konstruktion implementiert werden muss. Im try-Block implementieren wir die 'eigentliche' Funktionalität von run(). Im Block der catch(...)-Methode bringen wir das unter, was getan werden soll, falls sleep(...) eine Ausnahme auslöst. Eine solche Ausnahme liefert ein Objekt des Typs InterruptedException, deshalb muss catch ein Objekt vom Typ InterruptedException übergeben werden können.
Der Einfachheit halber, wird im Ausnahmefall nichts passieren.

 

Download:
EigenerThread Demo.java
Um die eigene Threadklasse zu testen, benutzen wir ein Demoprogramm, in der zwei Instanzen unserer selbstgeschriebenen Threadklasse benutzt. 
public class EigenerThreadDemo{
   public static void main(String[] args){
      EigenerThread s = new EigenerThread();
      EigenerThread t = new EigenerThread();
      s.start();
      t.start();
   }
}
  Um einen Thread zu starten, benutzt man die von Thread geerbte Methode start(). Diese Methode organisiert den Thread und ruft unter anderem die run()-Methode auf.
 
  Die Methode getName() liefert den Namen des Threads, den der Standardkonstruktor von Thread selbst generiert hat. Bei der Instanziierung von EigenerThread wir der Standardkonstruktor EigenerThread() aufgerufen, der seinerseits den Standardkonstruktor von Thread aufruft. In der Klasse EigenerThread haben wir keinen Konstruktor implementiert, aber der Compiler fügt den Standardkonstruktor automatisch hinzu. der seinerseits den Standardkonstruktor der Vaterklasse also von Thread aufruft. Man hat die Möglichkeit 'seinem' Thread einen eigenen Namen zugeben. Dazu schriebt man für die Klasse EigenerThread einen eigenen Konstruktor, der gezielt, denjenigen Konstruktor von Thread aufruft, mit dem man dem Thread-Objket bei seiner Instanziierung einen Namen geben kann. Entsprechend wird das Demoprogramm abgeändert:

 

neuer Konstruktor von EigenerThread
public EigenerThread(String name){
      super(name);
}
Modifikation im Demo
EigenerThread s = new EigenerThread("Thread t");
EigenerThread t = new EigenerThread("Thread s");

 

Neue Ausgabe

Download: (Vers. 2)
EigenerThread. java
EigenerThread Demo.java

Die Ausgabe zeigt, dass nicht nur die Namen anders ausgegeben werden, sie zeigt auch, dass das erneute Starten der Demo auch die Reihenfolge, in der die Thread 'zu Wort' kommen unterschiedlich ist, dass es sich also tatsächlich um nebenläufige Prozesse handelt.

 

 

 

 

 

  Starten wir den Windows-Task-Manager und danach unser EigenerThreadDemo, so zeigt sich im unter der Rubrik Prozesse der Interpreter  java.exe mit 10 Threads. Zwei davon sind die von uns programmierten, wir erkennen dies daran, dass die Zahl der Threads auf 9 sinkt, wenn einer der selbstprogrammierten Threads fertig ist, 'seine Schleife' also den Zähler 10 erreicht und ausgegeben hat.
 
 
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